Rammelhof waren mit J.B.O. in der Simm City

Die Spaßrocker von J.B.O. sind derzeit auf Österreichtour und haben, wie im Frühling 2018 bei der Deutschland Tour, Rammelhof aus Rammelhof in Niederösterreich mit dabei. Letzten Freitag stand der Wien Gig in der Simm City auf dem Plan.

Ein Konzert von Rammelhof ist immer eine etwas exzentrische Angelegenheit, so passt die Kombination, die Herren von J.B.O. mit den Niederösterreichern auf Tour zu schicken, sehr gut. Denn auch J.B.O. sind seit Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum für ihre mitunter spaßigen, aber durchaus sozialkritischen Blödelcovers populärer Hits bekannt. Das Konzept dürfte für diesen Abend auch gut aufgegangen sein. Ein Publikum aus allen Generationen fand sich in der Simm City ein. Unglücklicherweise dürften einige Slayer und Anthrax Fans dann doch in die Stadthalle abgewandert sein, die vielleicht sonst zu J.B.O. und Rammelhof gekommen wären.

Rammelhof: plakativ wie immer

Wie dem auch sei, pünktlich legten Rammelhof los mit ihrer Show, die – wenn man sie nicht schon mal gesehen hat – auf unbedarfte Konzertgänger etwas befremdlich wirkt. Rammelhof provoziert bei den Shows gerne im Stile der 60-Jahre und braucht Vergleiche mit Drahdiwaberl nicht zu scheuen. Auf Jugendschutz wird sowieso gepfiffen, oft stellt sich lediglich die Frage: ist die Grenze zur Geschmacklosigkeit schon überschritten oder nicht? Dies bleibt dem Publikum überlassen, ob Satire das darf, oder ist das einfach nur mehr unnötig blöd? Wobei natürlich angesichts der Zeiten in denen wir leben Satire schon wirklich plakativ sein muss, da sie ja schon bald nicht mehr von den realen Äußerungen und Handlungen der derzeitigen Protagonisten der Weltgeschichte zu unterscheiden ist.

Rammelhof setzten auch in der aktuellen Show damit fort, alle Mächtigen der politischen Welt mit einem eigenen Song zu bedenken. Die Bühnenshow wird durch Kostüme, Bühnenbild und Schauspieler zu einem auch für das Auge spannenden und sehr farbenfrohen Erlebnis. Doch darf die musikalische Leistung der Protagonisten nicht unterschätzt werden, die neben der Performance für manche Fans wohl in den Hintergrund tritt.

Genauso verhielt es sich mit dem Hauptact. Die als James Blast Orchestra 1989 gegründete Band lieferte ab, wofür sie die letzten 30 Jahre im deutschsprachigen Raum bekannt war. Beliebte Hits der letzten Jahrzehnte wurden mit launigen deutschen Texten, aufgeführt – ideal zum Mitsingen für das Publikums geeignet. Dass das in pink gehaltene Bühnenbild und die Outfits der Musiker, im Kontrast zu Rammelhof, etwas eintönig erschien, darf nicht überraschen, denn Rammelhof machen sich in Deutschen Landen erst einen Namen – da kann es nicht schaden, wenn man als Vorband die interessantere Show abliefert, um so die Fans, die für J.B.O. gekommen sind auch in die eigenen Fanscharen einzufügen.

Somit trugen beide Bands auf ihre Weise zu einem gelungenen Konzertabend in der Simm City bei, und man kann sich schon auf das nächste Blödelrockgastspiel in Wien freuen.

Bilder: Roddy McCorley
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