A Perfect Circle beehrten die Wiener Stadthalle

Seit Jänner 2004 mussten die Fans von A Perfect Circle auf die Rückkehr ihrer Helden warten. Nun war es endlich so weit. Als Special Guest und Opener war Chelsea Wolfe auch in Wien dabei.

Das Warten sind die Fans von Maynard James Keenans Projekten schon gewohnt. Im Falle von A Perfect Circle kam im April 2018, nach mehr als 14 Jahren, das neue Album der Progressive Rock Soupergroup Eat The Elephant auf den Markt. Somit ein Grund, die Geduld der Fans mit einer Europatournee zu belohnen.

Doch vor der Show des Hauptacts kam Chelsea Wolfe auf die Bühne. Die Sängerin aus Kalifornien ist nicht nur mit ihren Vocal-Performances eine Grenzgängerin, sondern sie versucht mit ihrer Band zudem, Elemente von Gothic Rock, Doom Metal und Folk-Musik zu verbinden. Diese ungewöhnliche Mischung macht ihre in Europa auch eher seltenen Livevorstellungen zu einem besonderen Ereignis. Da sie auf multiinstrumentale Klangwolken setzt, bleibt nicht viel für eine spannende Bühnenshow. Dies würde an sich auch nicht weiter stören, doch ist die Frage, ob die Stadthalle die richtige Location für eine solche Performance ist. Die Anlage dürfte nicht besonders geeignet gewesen sein, denn auch im Publikum wurde die Show von Chelsea Wolfe als nicht besonders spannend aufgenommen. In einem kleinen Club mit einer gut dimensionierten Musikanlage wären wohl mehr musikalische Nuancen herauszuhören gewesen.

A Perfect Circle in der Wiener Stadthalle

Nach einer Umbaupause war es so weit: A Perfect Circle setzten zu ihrer Show an. Gleich war der klangliche Unterschied zur Vorband bemerkbar. Der Sound war viel ausgewogener, die Songs selber variierten musikalisch wie man es von einer Super-Prog-Rock-Band erwarten kann. Da sich gerade das neue Album Eat The Elephant zwischen Electronic-Pop bis Hard Rock und Metal Songs bewegt, war das nicht verwunderlich.

Die Musiker, mit denen Maynard James Keenans (Tool, Puscifer) in seine Projekten arbeitet sind auch keine Unbekannten und durchaus die Creme de la Creme der Prog-Rock-Szene. Die Band bestand an diesem Abend aus: Billy Howerdel (Ashes Divide), James Iha (Tinted Windows, Smashing Pumpkins), Jeff Friedl (Puscifer, The Beta Machine), Matt McJunkins (Eagles of Death Metal, The Beta Machine) und Greg Edwards (Failure, Autolux).

Da einige Songs, zumindest die Rhythmik betreffend, etwas in eine kommerziellere Richtung gingen, kam der bewegungsfreudigere Teil des Publikums auch auf seine Kosten. Einen Moshpit oder hemmungsloses Headbangen darf man sich bei dem Publikum das Bands wie A Perfect Circle anlocken nicht erwarten. Bei den stärker treibenden Nummern war aber ein leichtes kollektives „Headnicken“ zu beobachten.

A Perfect Circle boten eine solide Show mit großartigen Musikern und einem Programm, dass sich durch große stilistische Diversität auszeichnet. Das Publikum begrüßte die Band bei ihrem zweiten Österreichkonzert herzlich, wenn auch nicht fanatisch. Ob die Show an die ausgefeilten Studiotracks und die kunstvoll gestalteten Videos heranreichen kann, ist die Frage, schön war es jedenfalls, die Herren einmal live gesehen zu haben.

Titelbild: Tim Cadiente

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