FM4 Frequency hat fadestes Bandpackage des Jahres veröffentlicht

Mit der Bestätigung von Dimitri Vegas & Like Mike, G-Eazy, Bullet For My Valentine und mehr für das kommende Jahr wird das Frequency Festival keinen Preis gewinnen – zumindest keinen positiven.

Ohne viel Aufsehen haben die Veranstalter des Frequency gestern am späten Nachmittag neue Acts für das Festival vom 15. bis 17. August 2019 verkündet. Jetzt ist das Format endgültig bei der faden Kraut-und-Rüben-Veranstaltung angekommen, auf die sie in den letzten Jahren hingearbeitet hat.

Zwar war schon der Anfang mit der ersten Line Up Phase vor einigen Wochen sehr verhalten, tendenziell einfallslos und inkonsistent, doch wer auf eine Besserung des Gesamtbildes mit neuen Bestätigungen gehofft hat: Die Hoffnung war vergebens. Mit twenty one pilots, Swedish House Mafia und Macklemore – der zuletzt vor vier Monaten am Frequency gespielt hat – ist die Headliner-Riege sehr mau, nicht übermäßig prickelnd – wenngleich alle drei kommerziell unbestritten zu den Topacts unserers Popzeitalters zählen.

Mit Dimitri Vegas & Like Mike, US-Rapper G- Eazy und Co. wird nun das Grab des einstigen Indie- und Alternative-Festivals noch tiefer. Irgendwie hat man es geschafft, alles und nichts, ein völlig zusammengeschustertes Line Up aus mal größeren, mal kleineren Namen nach St. Pölten zu buchen, das mehr den x-beliebigen, desorientierten, wenig interessierten Eh-Alles-Auf-Ö3-Hörer anspricht als Musikliebhaber, die sich mit der Materie auseinandersetzen und dahinter mehr sehen als flache, unbedeutende Hintergrundberieselung zum Hinab-Scrollen der eigenen Facebook-Timeline.

Auch mit Bullet For My Valentine bereichert man das Line Up nicht. Die Metalcore-Band siecht nun seit vielen Jahren dahin, spielt mal da, mal dort, um im Geschäft zu bleiben, ohne Bäume der Kreativität auszureißen. Im vergangenen halben Jahr spielten die Briten am Nova Rock, in Wien und in Vorarlberg – toll für ihre Fans, aber nichts Neues.
Mit Anne-Marie und Charli XCX gibt’s ein paar kommerziell erfolgreiche aber doch schwer beliebige Electro-Pop-Sängerinnen dazu. Schon etwas spannender wird es mit den beiden Indie-/Folk-Acts Kodaline und Fil Bo Riva, wenngleich auch diese beiden 2018 Shows hierzulande gespielt haben. Die Ska-Punk-Truppe Less Than Jake ist auf alle Fälle ein Stimmungsgarant – achso, und vom Nova Rock 2018 übernommen. Der Nightpark wird mit Alison Wonderland, Darkzy, Nervo und Slushii befüllt.

FM4 Freuqency 2019 - (c) Barracuda Music
FM4 Freuqency 2019 – (c) Barracuda Music

2018 gibt es passendere Radiosender als Titelsponsor für ein derart geratenes Take-What-You-Get-Line-Up als das ehrwürdige FM4. Dahin sind die Zeiten, als sich Foo Fighters, Oasis, Queens Of The Stone Age, Franz Ferdinand, Arctic Monkeys, Muse, Nine Inch Nails, Radiohead, The Prodigy, The Killers und und und am FM4 Frequency Festival das Mikro in die Hand gaben.

Titelbild: Rene Huemes
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Ein Kommentar zu „FM4 Frequency hat fadestes Bandpackage des Jahres veröffentlicht

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  1. Sehe ich grundsätzlich ähnlich. Habe mich eigentlich über Mavi Phoenix, Billie Elish und Drangsal noch freuen können, aber die Headliner tun dann doch relativ weh. Vor allem weil man den Eindruck hat, dass die ursprüngliche Zielgruppe zunehmend vernachlässigt wird; bloß zugunsten von mehr verkauften Tickets und immer höheren Eintrittspreisen.

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